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Warum Geduld eine Superkraft ist – und was wir von den Pflanzen lernen können

Überall hören und lesen wir es: Das Licht kehrt zurück, die Sonne gewinnt an Kraft, die Tage werden länger – Frühlingsgefühle liegen in der Luft. ENDLICH!

Ja, all das ist wahr für diese Zeit Anfang Februar, nach Mariä Lichtmess bzw. zu Imbolc. Doch die eigentliche Qualität dieser Phase ist (noch) nicht der Aufbruch, sondern die Geduld.

Denn so sehr wir uns nach dem Frühling sehnen – ein Blick in die Natur zeigt uns, dass er noch nicht wirklich da ist. Die ersten Blüten, wie Schneeglöckchen und Winterlinge wagen sich zaghaft hervor. Doch allein ihre Namen verraten uns, dass wir noch mitten im Winter stecken und jederzeit mit Schnee zu rechnen ist. Auch wenn die Blüte der Hasel hier und da schon den Vorfrühling einläutet, so ist es eben nur der „Vor“-frühling und damit eine Übergangszeit.

Schnee kann jeden Tag noch kommen, die Winterlinge sind darauf eingestellt.

Das ist das Spannende: Die Natur drängt nicht. Sie eilt nicht. Sie wartet ab.

Geduld – die vergessene Tugend

In einer Welt, die auf sofortige Ergebnisse ausgelegt ist, scheint Geduld fast altmodisch. Wir wollen schnelle Antworten, sofortigen Erfolg und möglichst keine Wartezeiten.

Doch wahre Stärke zeigt sich oft in der Fähigkeit, geduldig zu bleiben.

Geduld bedeutet nicht, einfach nur passiv auszuharren. Es ist die Kunst, ruhig zu bleiben, während sich die Dinge in ihrem eigenen Tempo entwickeln. Wer geduldig ist, trifft bessere Entscheidungen, hat weniger Stress und erlebt oft nachhaltigeren  Erfolg.

Die Weisheit der Natur: Erst Wurzeln, dann Wachstum

Gerade jetzt lehrt uns die Natur, dass Geduld alles ist.

Während wir den Frühling herbeisehnen, wissen die Pflanzen: Es ist noch nicht an der Zeit. Sie wachsen nicht kopflos drauflos – sie stärken zuerst ihre Wurzeln. Bevor sie sich sichtbar entfalten, sorgen sie für ein stabiles Fundament. Und wenn es noch einmal kälter wird, warten sie ab – nicht aus Ungeduld, sondern aus kluger Vorsicht.

Wir können uns davon inspirieren lassen. Nicht alles muss sofort passieren. Warten muss kein Stillstand sein, sondern die Vorbereitung auf das, was kommt.

Welche Samen wollen wir in uns wachsen lassen?

Jetzt ist die perfekte Zeit, um nach innen zu schauen. Welche Ideen, Träume oder Projekte schlummern in uns? Welche Samen wollen wir in diesem Jahr endlich zum Blühen bringen?

Bevor wir voller Tatendrang ins Außen gehen, dürfen wir innehalten – so wie die Pflanzen es tun. Wir können uns fragen: „Was brauchen unsere „inneren Wurzeln“, um stark zu werden?“

Inneres Aufräumen – Platz für das Neue schaffen

Diese Übergangszeit lädt auch dazu ein, Altes loszulassen. Der berühmte Frühjahrsputz (und eine alte Tradition) gilt nicht nur für unsere Wohnungen, sondern auch für unser Inneres. Welche alten Muster, Zweifel oder unnötigen Verpflichtungen dürfen wir ablegen, um Raum für Neues zu schaffen?

Meine Ausbilderin Andrea Farnung (siehe Link unten) schlägt eine schöne Frage vor:

Das gefällt mir. Denn wenn wir genau hinfühlen, spüren wir, worauf es wirklich ankommt und was wir getrost „entsorgen“ können.

Fazit: Geduld ist unsere Superkraft

Gerade jetzt passiert viel im Verborgenen. Das sichtbare Wachstum kommt später – doch ohne die jetzige Phase wäre es nicht möglich.

So können wir diese Zeit nutzen, um unsere Wurzeln zu pflegen und zu stärken und uns auf das vorzubereiten, was kommen darf. Mit dem Außen haben wir noch ein wenig Geduld – und genießen so lange die kleinen Sonnen- und Blütenmomente des Februars.

Geduld ist keine Schwäche – sie ist eine Superkraft. Wer sie beherrscht, lebt gelassener, fokussierter und zufriedener.


Links (kostenlose Werbung):

Andrea Farnung, Kräuterwerkstatt Rhön, https://www.kraeuterwerkstatt-rhoen.de/

Kursleiter:in für Jahreskreise: https://www.woidzeit-fia-mi.de/jetzt-buchen/zert.-kursleiter-fuer-jahreskreise—jahreskurs-nature-connectedness/

Titelbild: „grbaker“ auf pixabay

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