"Waldbaden: klein und fein"

Die eigenen Ideen freilassen

Oder, wie die „Zehn Zutaten für ein gelingendes Waldbad“ mich in Gelassenheit üben lassen

Vor nunmehr sieben Jahren im November 2017 begann die erste Waldbaden-Ausbildung in Deutschland. Ich hatte sie ins Leben gerufen, nachdem ich öfters gefragt wurde, ob ich denn Waldbaden auch ausbilden würde. Was ich anfangs nicht geplant hatte, wurde nach und nach immer konkreter. Und so kam 2017 die erste Ausbildung zur Landesgartenschau in Bad Iburg zustande.

Als ich ein Jahr zuvor anfing, die Ausbildung  zu konzipieren, machte ich mir Gedanken darüber, wie ich diese für die Ausbildungsteilnehmer/innen strukturieren wollte. Waldbaden war ein weiter Begriff. Man hörte ihn mal hier, mal da. Aber es gab natürlich keine Vorgaben, was in einer solchen Ausbildung enthalten sein sollte.

Die zehn Zutaten (Elemente) für ein Waldbad entstehen

Damit ich all die wunderbaren Übungen in eine Struktur bekam, formulierte ich schließlich die „Zehn Zutaten (oder Elemente) für ein gelingendes Waldbadmit einem Topping aus Kreativität“. Sie haben sich bewährt, sodass sie noch heute die Grundlage für die Ausbildung bei der WoidZeit (https://www.woidzeit-fia-mi.de) und bei meinem Fernstudium bei den Klett-Akademien bilden.

Möchte sich jemand allein auf den Weg machen, findet er in meinem Buch „Waldbaden – mit der heilenden Kraft der Natur sich selbst neu entdecken“ ebenfalls diese „Zutaten“.

Muss ich denn jemandem (oder mir) etwas beweisen?

Soweit – so gut, könnte man meinen. Doch immer wieder werden dem japanischen Waldbaden-Experten Dr. Qing Li, den ich sehr schätze, die „Zehn Zutaten für ein gelingendes Waldbad“ zugeschrieben. Ich habe bereits hitzige Diskussionen geführt, in denen ich meine eigene Idee verteidigt habe. Dr. Qing Li hat nichts mit diesen zehn Zutaten zu tun. Trotzdem wurde von mir sogar erwartet, zu „beweisen“, dass ich sie formuliert hatte. Das hat mich nicht nur irritiert und frustriert, sondern auch ziemlich aufgeregt.

Übung in Gelassenheit – für dein geistiges Eigentum

Als ich vor Kurzem wieder einmal damit konfrontiert wurde,  fiel es mir wie Schuppen von den Augen –

Ist das nicht eine perfekte Situation, um GELASSENHEIT zu üben?

Wir wollen doch möglichst in jeder Lage gelassen sein – und hier hatte ich urplötzlich die beste Übungsplattform, die ich mir denken konnte. Ich habe ein bisschen ausprobiert und geübt – und hier ist nun meine Anregung für eine Übung in Gelassenheit, wenn es um unser geistiges Eigentum geht (die aber auch dann passt, wenn man sich anderweitig ungerecht behandelt fühlt).

Deinen Ideen Raum geben –

Übung in Gelassenheit für dein geistiges Eigentum

Erkennen und Annehmen
Wenn du bemerkst, dass eine deiner Ideen jemand anderem zugeschrieben wurde, halte kurz inne. Nimm den Impuls wahr, dich ärgern oder verteidigen zu wollen, aber statt direkt zu reagieren, beobachte deine Gedanken und Emotionen, ohne sie zu bewerten. Erkenne an, dass das Gefühl von Ungerechtigkeit normal ist, aber nicht deine innere Ruhe bestimmen muss.

Durchatmen
Nimm drei bewusste Atemzüge. Beim Einatmen denke „Ich nehme die Situation an“, und beim Ausatmen denke „Ich lasse sie los“. Dies hilft dir, die Kontrolle über deine Emotionen zurückzugewinnen und Raum zwischen dem Auslöser und deiner Reaktion zu schaffen.

Perspektivenwechsel
Erinnere dich daran, dass Ideen im Fluss sind und oft von vielen Menschen geteilt und weiterentwickelt werden. Dein Beitrag ist wertvoll, auch wenn er nicht immer direkt anerkannt wird. Übe dich darin, Freude an der Kreativität und dem Prozess zu finden, anstatt am Bedürfnis nach Anerkennung festzuhalten.

Loslassen und Vertrauen
Sage dir selbst: „Ich vertraue darauf, dass meine Ideen ihren Weg finden.“ Jede Idee ist wie ein Samen. Manchmal wächst er an Orten, die du nicht kontrollieren kannst. Akzeptiere, dass du nicht alles beeinflussen kannst und lasse los, was außerhalb deiner Kontrolle liegt.

Handeln aus der Gelassenheit heraus
Wenn du dich entscheidest, die Situation zu korrigieren, tue dies aus einer ruhigen, gelassenen Haltung heraus, nicht aus Ärger oder Frustration. Kommuniziere klar und respektvoll, aber ohne dich emotional zu verstricken. (Du kannst dir vorher auch einige Notizen aufschreiben – das klärt den Geist.)

Lasse deine innere Ruhe nicht von der Reaktion anderer abhängig sein.


Durch regelmäßige Anwendung dieser Übung wirst du gelassener mit solchen Situationen umgehen und deine kreativen Prozesse können sich frei entwickeln. Für mich ist diese Meditation – manchmal mit kleinen Abwandlungen – sehr wirksam.


Ja und hier sind für dich natürlich noch die zehn Zutaten für ein gelingendes Waldbad:

  • Schlendern und die Langsamkeit
  • Innehalten und  Pausen
  • Alle Sinne öffnen
  • Staunen
  • Achtsamkeit
  • Meditation
  • Atmen
  • Sanfte Bewegungen
  • Augenentspannung
  • Solozeit
  • Und als Topping, wer‘s mag: Kreatives Gestalten

Wenn du gerne wissen möchtest, was jeweils dahinter steht, dann klicke dich einfach einmal in einer ruhigen Minute durch meine Website: https://www.waldbaden.com/meine-10-zutaten-eines-waldbades/

Dass es zehn Elemente sind, heißt allerdings nicht, dass nun ein Waldbad mit Übungen vollgestopft sein sollte. Es müssen nicht immer alle sein. Weniger ist auch beim Waldbaden mehr.

Wähle zwei oder drei bewusste Übungen für deinen Waldspaziergang aus, und ansonsten schlendere, staune und nimm wahr . . . Ich würde mich freuen, wenn du mir schreibst, auf was DU auf keinen Fall bei deinem Waldbad verzichten möchtest.

Gelassene Grüße von

Annette


2 replies »

  1. WALDESLUST

    Vielen Tieren Lebensraum,

    für den Sauerstoff ein Quell,

    für gesundes Klima essenziell;

    das ist unser Freund, der Baum.

    Ohne Bäume in Wald und Flur

    wär‘ die Erde ein öder Planet nur.

    Wir sehnen uns nach diesem Grün,

    der Zeit , wenn wieder Bäume blüh’n.

    Raubbau lässt die Wälder schwinden,

    fördert weltweit Umweltsünden.

    Die grüne Lunge des Planeten

    in Gefahr , da hilft kein Beten.

    Tornados, Hitze , Wassernot;

    Feuer wüten in Wald und Flur.

    Das Wetter gerät aus dem Lot,

    Klimawandel zieht seine Spur.

    Borkenkäfer in der Kiefer,

    auch zur Fichte zieht Geziefer.

    Statt sattes Grün und Waldeslust,

    kranke Bäume und Försters Frust.

    Jeder Baum, der zum Opfer fällt,

    macht etwas ärmer uns’re Welt.

    Den Niedergang abzuwenden,

    liegt in unser aller Händen.

    Die Jagd nach ewigem Wachstum

    bringt letztlich den Planeten um.

    Das oberste Gebot der Zeit

    muss heißen Nachhaltigkeit.

    Statt nur nach Profit zu streben,

    im Einklang mit der Natur leben.

    Zu viele Buchen und Eichen

    mussten schon der Kohle weichen.

    Retten wir den herrlichen Wald,

    bewahren die Artenvielfalt.

    Kämpfen wir für Mutter Erde,

    dass sie nicht zur Wüste werde.

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Herzliche Grüße aus Thüringen

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