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In der Stille des Schnees

Winter-Waldbaden …

Hurra, es hat geschneit – pünktlich zum Jahresbeginn 2021.

Waldbaden im warmen Sommer ist ja wundervoll. Aber nun gehen die Temperaturen in den Minusbereich. Ist da Waldbaden eine gute Idee – oder sollte man nicht lieber etwas flotter durch den Wald marschieren, um nicht auszukühlen?

Doch natürlich kann man im Schnee auch waldbaden. Es kommt allerdings auf eine gute Ausstattung an: warme Kleidung, Mütze, Schal, Handschuhe, gute Schuhe. Probiere aus, wie du dich für die kühle Zeit am besten „einpackst“. Und dann kannst du wunderbar losziehen.

Mache dein besinnliches Waldbad so oft es geht, denn neben der Entspannung, machst du ganz viel für dein Immunsystem, und sicher kommst du dann gesund und munter durch den Winter.

Im Folgenden findest du eine Beschreibung aus meinem Buch „Waldbaden“ (ab Seite 76 ff).

Waldbaden im Schnee, geht das denn?

Ja, natürlich geht das. Auch im Winter, selbst wenn es geschneit hat, verströmt der Wald noch Terpene. Zwar etwas weniger als im Sommer, aber immer noch nachweisbar, und im Nadelwald freilich mehr als im Laubwald.

Ein Winter-Waldbad hat seinen besonderen Reiz: Schnee enthält bekanntlich viel Luft. Die Hohlräume in und zwischen den Flocken schlucken den Schall auf wunderbare Art und Weise.

Deshalb, sobald es geschneit hat, warte nicht lange ab. Tauche ein in den stillen weißen Winterwald.

  • Vielleicht hast du Glück und du bist der erste, der eine Fußspur in den Schnee zeichnet. Setze achtsam einen Fuß nach dem anderen. Höre nur deine eigenen Schritte im tiefen Schnee. Nur dieses dumpfe Geräusch: Schritt – Schritt – Schritt. Wie von selbst kommst du in einen gleichmäßigen langsamen Rhythmus. Eine Gehmeditation, wie sie schöner nicht sein könnte.
Bist du die Erste / der Erste im Schnee? Oder war schon jemand vor dir da …
  • Brauchst du eine Pause, dann bleibe stehen und spüre in die Stille des Schnees. Selbst die Waldgeräusche werden gedämpft sein.
  • Blicke um dich und spüre den tiefen Frieden, der von einer Landschaft ausgeht, die mit einer dicken Schneeschicht bedeckt ist. Wie ein Tuch deckt der Schnee alles zu. Hie und da fällt ein bisschen Schnee von den Ästen. Man könnte meinen, die Natur ist völlig zum Stillstand gekommen. Doch das trügt natürlich, denn unter der schützenden Schneedecke ruht sie sich nur aus. Wenn sie dann genug Kraft gesammelt hat, können im Frühjahr die Bäume wieder ausschlagen.
  • Sich diese Prozesse in der Stille des Schnees bewusst zu machen, kann auch für uns sehr heilsam sein. Mit einer tiefen inneren Ruhe kehrst du aus dem Wald zurück wohl wissend, dass auch du deine Ruhepausen brauchst, um Kraft zu sammeln und bereit für neue Taten und Entwicklungen zu sein.

Tipp

Wenn du nicht alleine gehen magst, dann taucht zu zweit ein in die Stille.
Damit ihr die heilsame Ruhe aber wirklich spüren könnt, empfehle ich, dieses gemeinsame Waldbad in den Schnee schweigend zu genießen. Es sei denn, ihr friert – dann darf es auch mal eine ausgelassene Schneeballschlacht sein 🙂

Ein paar Ideen für das winterliche Vergnügen

Im Schnee siehst du gewiss hie und da Tierspuren. Verfolge sie mit den Augen, wohin führen sie?

Schon früh im Jahr bilden sich an den Zweigen Knospen aus, schau genau hin, siehst du schon welche?

Wenn die Laubbäume kahl sind, kannst du die Rinde ganz besonders gut erkennen. Welche unterschiedliche Borken zeigen sich? Entdeckst du an den Baumstämmen Gesichter, Fratzen oder Muster? Die glatten Buchenstämme erzählen dir ihr ganzen Leben.

Nimm die Stimmung wahr. Wie ist es bei Sonnenschein und klirrender Kälte durch die Natur zu laufen, und wie bei nasskaltem Wetter?

Bevor du fröstelst, laufe ruhig mal schneller, springe im Schnee herum, mache eine Schneeballschlacht oder baue einen Schneemann mit deiner Begleitung. Auch sich von oben bis unten mit den Händen kräftig abklopfen macht warm und bringt deine Energie ins Fließen. Dabei ist es sehr förderlich den unteren Rücken im Nierenbereich kräftig zu rubbeln.

Außerdem passe die Dauer deines Waldbades an: es genügen ja auch mal eine oder zwei Stunden im Schnee und nimm, wenn du magst, einen heißen Tee mit.

Wenn du auch in der kalten Jahreszeit immer wieder deine Waldbäder machst, wirst du all die feinen Nuancen an Geräuschen, Gerüchen und Farben erkennen.

Du wirst merken, wie die Tage langsam wieder länger werden, denn du bist quasi mittendrin und mit dabei, wenn die Natur wieder erwacht.

Die Farbe des Winters

In der Farbpsychologie heißt es, dass Weiß kaum Spannung aufbauen kann und langweilig wirkt. Gerade das ist es jedoch, was uns bei einem Schneespaziergang so guttut: diese Unaufgeregtheit des Winters. Die Ablenkungen sind nun viel weniger, als in schneelosen Zeiten.

In Japan geht man nach dem Waldbaden gerne in einer der dort vielerorts vorhandenen heißen Quellen baden – wenn sie nicht wie hier von Affen besetzt ist 🙂

Baden, kuscheln und Kakao zum Abschluss

Für dich ist ein Bad zu Hause in der Badewanne auch eine gute Alternative – und/oder du kuschelst dich in eine Decke und machst es dir mit einer Tasse Tee oder Kakao gemütlich. Kakao macht sogar glücklich (mit den Inhaltsstoffen Teobromin, Serotonin, Dopamin u.a.).

Und ganz toll: du machst auch noch nach dem Waldbaden etwas für ein gut funktionierendes Immunsystem: die im Kakao enthaltenen Flavonoiden wirken antioxidativ. Das bedeutet, dass sie den Körper vor freien Radikalen schützen und somit das Immunsystem entlasten.

Du wirst sehen, das Waldbaden im Winter wird dir gefallen … und das Hinterher auch.

Lass‘ es dir gutgehen 🙂

Deine Annette

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Alle Bilder privat, außer die badenden Affen: pixabay user:15035818

Auszug aus meinem Buch „Waldbaden“, erschienen im mvg Verlag, 4.2018

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